Hamburg: Park auf Bunkerdach geplant

In Hamburg gibt es eine ganz ungewöhnliche Idee zur Nutzung eines Bunkers: Auf seinem Dach soll ein Park entstehen.

Der sogen. Flakturm IV steht auf dem Heiligengeistfeld, im Stadtteil St. Pauli, direkt beim Stadion, er zählt zu den größten jemals erbauten Bunkern. Sein Grundriss misst 75×75 m und er ist 39 m hoch.

Marina Friedt, Pressesprecherin vom Planungsbüro Bunker, stellt Marchivum-Blog das Projekt vor.

 

Seit Ende 2014 gibt es Pläne auf dem Dach des Hochbunkers einen terrassenförmigen Garten anzulegen und den Anwohnern zugänglich gemacht. Der Bunker selbst bleibt unberührt, aber erhält einen grünen Aufbau und einen Park, der durch eine grüne Rampe, einen so genannten „Bergpfad“, für alle zugänglich wird. Rampe und Park beginnen ebenerdig und führen um den Bunker herum bis hinauf auf den Dachpark. Dadurch bekommt der Bunker einen grünen Charakter und wird mit der Umgebung verbunden.

Eine Rampe führt zum Bunkerdach hoch. Foto: Planungsbüro Bunker, Hbg

Eine Rampe führt zum Bunkerdach hoch. Foto: Planungsbüro Bunker, Hbg

Die Inspiration für das Projekt kam von einem anderen Flakbunker in Hamburg-Wilhelmsburg vor seinem Umbau zum Energiebunker. Die oberen Aufbauten waren mit einem dichten grünen Pflanzenteppich bewachsen. [Marchivum-Blog wird über dieses Projekt noch berichten.]

Stadtgarten von und mit Anwohnern

Auf verschiedenen Ebenen werden in diesem Park Grünflächen sowie Bereiche für ‚Urban Gardening‘ und ‚Urban Farming‘ entstehen. Die Gartenflächen können von Anwohnern und Schulen aus dem Stadtteil bewirtschaftet werden. Bereits die Fassadenbegrünung des Aufbaus macht diesen Park aus der Umgebung als eine Art grünen Berg sichtbar.

Über mehrere Etagen

Der Park beginnt bereits auf Straßenniveau gleich neben der U-Bahnstation Feldstraße. Eine Rampe führt um das Gebäude bis hinauf auf das Bunkerdach. Auf der Rampe und im ganzen Park werden Stadteilnutzungen verschiedenster Art Platz stattfinden. Durch Aufzüge ist ein barrierefreies behindertengerechtes Erreichen des Parkgeländes gegeben.

Lageplan Bunker am Heiligengeistfeld. Foto

Lageplan Bunker am Heiligengeistfeld.

Themenbezogene Gästehäuser

Unter den Park- und Gartenebenen entstehen Gästehäuser, angedacht zum Beispiel für Kulturschaffende für die Zeit ihres Engagements in Hamburg. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit Hamburger Kulturinstitutionen geplant, die durch Stipendiatenunterkünfte für Kulturschaffende und vergünstigte Mehrbettzimmer ergänzt werden.

 Kulturelle Nutzungen

In den ehemaligen Flaktürmen entstehen ein Musikclub, eine Gastronomie und ein kleines Amphitheater für vielfältige Vorführungen und Stadtteilveranstaltungen. Der vierte Turm dient als Zugang und Aufenthaltsraum eines der Gästehäuser. Im Innern des Aufbaus wird schließlich eine Sport- und Freizeithalle entstehen. Dieser Raum dient wochentags im Wesentlichen dem Breitensport im Stadtteil und wird darüber hinaus an ausgewählten Tagen für vielfältige Kulturveranstaltungen insbesondere in Zusammenarbeit mit bereits im Gebäude und Stadtteil ansässigen Einrichtungen, wie z.B. dem Club Uebel & Gefährlich, genutzt werden.

Querschnitt durch den Bunker. Foto: Planungsbüro Bunker, Hbg

Querschnitt durch den Bunker. Foto: Planungsbüro Bunker, Hbg

 Ökologisches Konzept

Auf dem Dach entstehen große Parkflächen, von denen aus man die ganze Stadt überblicken kann. Das gesamte Gebäude folgt, ausgehend von der Begrünung von Boden-, Dach- und Fassadenflächen, einem klaren ökologischen Konzept, das auf eine natürliche, ressourcenschonende Gebäudetechnik setzt.

 Finanzierung

Die Umbaukosten von 25 bis 30 Mio Euro für den Park und die innenliegende Räume werden in einem Gleichgewicht aus kultureller Nutzung und Wirtschaftlichkeit durch die erbbauberechtigte Matzen KG, die Eigentümerin des Bunkers, finanziert. Das dazu gegründete “Planungsbüro Bunker“ koordiniert unter seinem Dach Planer und Architekten wie Metapol Planungsbüro, BUERO51 Architekten, Landschaftsarchitektur + sowie weitere Fachplaner, die mit der Planung und Umsetzung des Projekt betraut sind.

 

Weitere Informationen zum Projekt: www.planungsbuero-bunker.info

 

Kommentare

  1. Nach dem Kalenderstand erscheint mir der Park auf dem Bunkerdach eher als Aprilscherz. Generell halte ich es für sinnvoller, einen Bunker wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen, wie im Falle des Ochsenpferchbunkers, anstatt eine „Nutzung“ zu wählen, die sich überwiegend als „subventionsbedürftig“ darstellt.

    • Das wird aus dem obenstehenden Text vielleicht nicht so deutlich, aber dieser Bunker IST innendrin komplett genutzt, seit Jahrzehnten. Aufbauten und Park sind zusätzlich.

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