Der Sand kommt weg

Nein, das ist kein Einstieg in Mannheims Kanalisation, sondern der Einstieg in die Luftfilteranlage des Bunkers. Zur Erinnerung: als der Bunker in den Zeiten des Kalten Krieges atomsicher gemacht wurde, bekamen die Stockwerke drei und vier einen Anbau, der mit Sand gefüllt wurde.

Blick in den Sandbehälter. Foto: Silvia Köhler

Blick in den Sandbehälter. Foto: Silvia Köhler

Etwa 300 Kubikmeter feinquarziger, dunkler Sand befinden sich in den beiden Stockwerken in den 25 Meter langen und vier Meter breiten Betonwannen.

Über die Steigeisen kommt man in die zwei Kammern mit den Sandfiltern. Foto: Schmucker und Partner

Über die Steigeisen kommt man in die zwei Kammern mit den Sandfiltern. Foto: Schmucker und Partner

Der muss jetzt weg. Und das funktioniert genauso wie beim Teppichsaugen daheim. Nur ist der Staubsauger etwas größer und heißt in der Fachsprache Saugbagger: Ein Arbeiter  steigt mit einem dicken Saugschlauch in die Wanne, in der der Sand etwa 1 Meter hoch liegt. Ein Gebläse am LKW erzeugt einen Luftstrom und einen Unterdruck. Und dann wird im Bereich der Saugkrone der Sand vom Luftstrom mitgerissen.Der landet in einem großen Sammelbehälter des LKWs, die Luft wird gereinigt und wieder ausgestoßen.

Ein Gerüst auf den Anbau und Löcher in der Wand, durch die das Saugrohr geht. Foto: Silvia Köhler

Ein Gerüst auf den Anbau und Löcher in der Wand, durch die das Saugrohr geht. Foto: Silvia Köhler

Der Sand bleibt aber nicht im LKW, sondern wird wieder rausgepumpt in eine große Mulde. Mit etwa sieben Kubikmeter ist sie voll und schwer. Und wird dann auf die Deponie gefahren. Der ganze Absaugen, schätzt der Polier vor Ort, wird wohl etwa 10 Tage dauern.

Kommt ganz bescheiden daher: der schwarze Quarzsand, der die Luft in einem atomaren Ernstfall hätte reinigen sollen .... Foto: Silvia Köhler

Kommt ganz bescheiden daher: der schwarze Quarzsand, der die Luft in einem atomaren Ernstfall hätte reinigen sollen …. Foto: Silvia Köhler

Auch das große Treppenhaus bietet nun einen sehr ungewöhnlichen Anblick:  Alle Treppen und Treppenabsätze verschwunden.

Etwas gespenstisch: Blick in das Treppenhaus. Foto. Silvia Köhler

Etwas gespenstisch: Blick in das Treppenhaus. Foto. Silvia Köhler

Und nächste Woche hat der große Kran auf dem Dach seine Arbeit erledigt und wird wieder abgeholt.

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