„Irgendwann hat sich die Spezialisierung auf Bunker ergeben“ – Die Firma Zeller

Hinter jeder Maschine, Kran und Abbruch im Ochsenpferchbunker steckt ganz viel Handarbeit. Mitarbeiter der Firma Zeller arbeiteten seit März im und am Bunker, haben die Baustelle eingerichtet, gesägt, gebohrt, und viele andere Arbeiten auf der Baustelle koordiniert.  Wir stellen die Firma vor.

Die Firma Zeller, mit genauem Namen „Zeller Abbruch GmbH & Co. KG“ in Offenbach, gibt es schon seit mehr als 60 Jahren. Sie ist ein richtiger Familienbetrieb: 1953, in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg von Robert Zeller sen. und dessen Frau Ingrid gegründet. Damals ein kleines Ein-Mann-Unternehmen, mit einem LKW, der Baustoffe aller Art beförderte. Seit den 1960er Jahren dann aktiv im Straßen- und Tiefbau, wurde Zeller zu einer festen Größe im Raum Frankfurt. Annähernd 100 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen in der Blütezeit des Straßenbaus. Als die Aufträge im Straßenbau abnahmen, spezialisierte sich die Firma ausschließlich auf Abbruch- und Erdarbeiten. Seit Ende der 70er führt Sohn Robert Zeller jun. das Unternehmen zusammen mit seiner Mutter.

Spektakulär: Die Sprenung der Wärmetausche in Mainz Weisenau vor einigen Jahren. Foto: Fa. Zeller

Spektakulär: Die Sprenung der Wärmetauscher in Mainz-Weisenau vor einigen Jahren. Foto: Fa. Zeller

Heute beschäftigt die Firma 60 Mitarbeiter, unter anderem auch Fachbauleiter – das sind ausgebildete Diplom-Ingenieure. Diese sorgen dafür, dass alle im Abbruch und Erdbau anfallenden Arbeiten fachlich- und vor allem gesetzeskonform durchgeführt werden.

Der umfangreiche Maschinenpark beinhaltet neben der Standard-Ausrüstung für Abbruchtechnik auch einige Spezialgeräte: funkferngesteuerte emissionsfreie Abbruchroboter für Arbeiten in gefährlichen Bereichen oder unzugänglichen Stellen, schutzbelüftete Bagger und Teleskopstapler mit diversen Anbauwerkzeugen.

Die derzeit größte in Deutschland eingesetzte Betonzange für den Abbruch dickwandiger Bauwerke. Foto: Silvia Köhler

Die derzeit größte in Deutschland eingesetzte Betonzange für den Abbruch dickwandiger Bauwerke. Foto: Silvia Köhler

Wir haben mit Simon Zeller über die Firma gesprochen.

Seit wann haben Sie sich als Firma auf den Abbruch von Bunker spezialisiert?

Das kam Ende der 1990er Jahre. Für Abbrucharbeiten verfügten wir bereits über einige Spezialwerkzeuge und Maschinen, die man auch für innerstädtische Bunker einsetzen konnte, zum Beispiel eine Abbruchzange, die die größte in Deutschland ist. Oder wir nutzen für Sprengungen ein schallgekapseltes Bohrgerät, zur Herstellung von Bohrlöchern. Zudem haben wir Sprengtechniker im eigenen Haus und daraus hat sich irgendwann mal diese Spezialisierung auf innerstädtische Bunkerabbrüche ergeben.

Viele Maschinen für den Abbruch werden ferngesteuert betrieben. Foto: Silvia Köhler

Viele Maschinen für den Abbruch werden ferngesteuert betrieben. Foto: Silvia Köhler

Wie viele Bunker liegen schon hinter Ihnen ?

Deutschlandweit haben wir bisher etwa 25 Luftschutzbunker komplett zurückgebaut, d.h. sie existieren nicht mehr. An vielen weiteren Bunkern haben wir Umbauarbeiten durchgeführt, wie jetzt auch am Bunker in Mannheim-Neckarstadt.

Gab es zu bestimmten Zeiten ein verstärktes Aufkommen, Bunker abzureißen? Oder haben Sie das Gefühl, das heute Bunker eher umgenutzt werden?

Aus meiner Sicht, ist die Umnutzung eher die Ausnahme. In den meisten Fällen entscheiden sich die Bauherren für einen Komplettabbruch.

Was sind die Herausforderungen bei Abbruch oder Umnutzung von Bunkern?

Die meisten Bunker befinden sich in dicht besiedelten Wohngebieten. Das ist dann nicht immer einfach mit dem Abbruch, weil die Bausubstanz drum herum zu schützen ist. Außerdem gilt es im Besonderen die durch die Abbrucharbeiten auftretenden Emissionen so gering wie möglich zu halten. Dies sind vor allem: Erschütterungen, Lärm und Staub.

Team Zeller auf einem Frankfurter Hochhaus vor dem Dom. Foto: Fa. Zeller

Team Zeller auf einem Frankfurter Hochhaus, direkt vor dem Dom, das sie Stück für Stück zurückgebaut haben. Foto: Fa. Zeller

Was war ihr größtes, spektakulärstes Projekt im Bunkerumfeld?

Das ist schwierig, hier ein einziges Projekt zu nennen, da alle Abbrucharbeiten,  insbesondere an Bunkern, ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Aber mir fällt trotzdem spontan der Rückbau eines Luftschutzbunkers in einem Krankenhaus in Offenbach ein. Hier lief der gewöhnliche Klinikbetrieb während der Abbrucharbeiten weiter. Dies war umso spannender, da der Bunker direkt an ein zu erhaltendes Gebäude angebaut war, in dem der Betrieb ebenfalls weiter ging. In diesem Umfeld wurden täglich Lockerungssprengungen durchgeführt und etwa 3.500 m³ Stahlbeton abgebrochen.

Kommentieren