Ideenwerkstatt 1: Quartiersmanagement und Stadtplanung – wir brauchen einen Imagewandel

Das Stadtarchiv Mannheim und die Neckarstadt-West werden bald untrennbar miteinander verbunden sein. Klar, dass sich die Verantwortlichen viele Gedanken über den Archiv-Umzug in die Neckarstadt gemacht haben.

Mehr Künstler für die  Neckarstadt

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich: Mit klaren Worten wird hier nicht gegeizt. Die Arbeitslosenquote in der Neckarstadt-West ist höher als im Rest von Mannheim. Hier haben fast 70 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund und die Fluktuationsrate der Bewohner ist enorm hoch. Harte Fakten, die Stadtplaner Klaus Elliger am Morgen von sich gab.

Imagewandel fordert Gabriel Höfle aus Sicht des Quartiermanagements. "Künstler braucht der Stadtteil. Junge Kreative, ohne andere zu verdrängen." Foto: StadtA MA - ISG

Imagewandel fordert Gabriel Höfle aus Sicht des Quartiermanagements. „Künstler braucht der Stadtteil. Junge Kreative, ohne andere zu verdrängen.“ Foto: StadtA MA – ISG

Quartiersmanager Gabriel Höfle konnte den Ist-Zustand des Stadtteils in seinem Vortrag nicht positiver beschreiben. Das Problem sei jedoch ein anderes. „Die Neckarstadt hat ein Imageproblem! Wenn Einrichtungen, wie das Arbeitslosenzentrum, in dieses Viertel gelegt werden, manifestiert das den Eindruck des sozialen Brennpunkts“, so Höfle. Er und seine Kollegen fordern einen Imagewandel.

Künstler brauche der Stadtteil. Junge Kreative. Wie das gelingen könne? „Das Viertel hat großes Potenzial. Die Dammstraße ist die einzige Straße hier im Stadteil mit Wasserlage am Neckar, die den ganzen Tag Sonne hat“, sagt Höfle. Dort müsse man Cafés und Ateliers für Künstler schaffen. „Dann sähe der Stadtteil bald anders aus“, ist sich Höfle sicher. Menschen dürfen aber nicht verdrängt werden. Das betont er.

Marchivum als Teil des Konzepts

Für eine lebenswertere Neckarstadt wird bereits vieles getan. Das macht Klaus Elliger von der Stadtplanung in seinem Kurzvortrag deutlich. Die Renovierung des Alten Messplatzes sei so ein Projekt gewesen. In Verbindung mit der Alten Feuerwache und dem Capitol ergebe sich eine kulturelle Achse in der Neckarstadt. „Das Marchivum soll sich da einreihen“, so Elliger.

Für eine lebenswertere Neckarstadt wird bereits vieles getan, meinte Stadtplaner Klaus Elliger. Foto: StadtA MA - ISG

Für eine lebenswertere Neckarstadt wird bereits vieles getan, meinte Stadtplaner Klaus Elliger. Foto: StadtA MA – ISG

Das Marchivum als Stadtarchiv und Begegnungsort soll einen Beitrag für den Imagewandel der Neckarstadt-West leisten. Dass das gelingt, sind sich Elliger und Höfle sicher. Dies geht natürlich nicht ohne die Beteiligung der Bürger. Die Vertreter der Stadt traten daher in einen Bürgerdialog. Hier wurde deutlich: Die Bewohner wünschen sich ebenfalls einen Wandel. So erzählt eine Anwohnerin: „Ich begrüße alles, was die Stadt aufwertet. Der Marchivum-Bau ist eine großartige Sache für die Neckarstadt-West.“

Der Stadtteil ist besser als sein Ruf, ist sich Polizeiorberrat Peter Albrecht sicher. Foto: StadtA MA - ISG

Der Stadtteil ist besser als sein Ruf, ist sich Polizeiorberrat Peter Albrecht sicher. Foto: StadtA MA – ISG

Auch eine Klasse der nahen Marie-Curie-Realschule war anwesend. Die Neuntklässler beteiligten sich rege am Bürgerdialog des Symposiums und gaben ihre junge Sicht auf die Neckarstadt wieder. Weniger Verspätungen der Straßenbahnen wünschen sie sich. Und mehr Fußballplätze. Ganz normale Wünsche junger Menschen also. Ein Imagewandel sollte zu schaffen sein. Das Marchivum wird seinen Teil dazu beitragen.

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