Woher das Wort Bunker kommt ….

Ursprünglich bedeutete das Wort Bunker in etwa Lager oder Vorratskammer.

Der Begriff wurde (ohne Veränderung der Schreibweise und Aussprache) aus dem Englischen ins Deutsche entlehnt – erst in neuerer Bedeutung, also im Sinn des klassischen Bunkers, sollte das Wort dann von Deutschland aus seinen Siegeszug um die Welt antreten, unter anderem auch wieder zurück ins angelsächsische Sprachmilieu.

Das Wort Bunker war bis ins frühe 20. Jahrhundert geläufig für die Vorgänger der großen (übrigens aus Beton gegossenen und von den Vätern der Moderne, allen voran Gropius, Corbusier und Mendelsohn, hochgeschätzten) Getreidesilos oder für die Schuppen aus Holz und Backstein, in denen die Kohlen lagerten, beispielsweise in einer Fabrik, die ihre eigene Energie mit Dampfmaschinen herstellte.

VE Braunkohlenkombinat Senftenberg, Brikett Sammelbunker mit Bandförderer zur Entladung, 1986 © SLUB / Deutsche Fotothek / Stoedtner, Franz (Lichtbildverlag)

VE Braunkohlenkombinat Senftenberg, Brikett Sammelbunker mit Bandförderer zur Entladung, 1986 © SLUB / Deutsche Fotothek / Stoedtner, Franz (Lichtbildverlag)

Noch im Ersten Weltkrieg war dieser alte, ursprüngliche Begriff vom Bunker geläufig, obwohl die Frontsoldaten bereits erste Unterstände aus Beton und Tarnmaterial (Zweige, Rasendächer, Erde) herstellten, also Bauten mit der Funktion eines klassischen Bunkers avant la lettre [also bevor es Bunker im heutigen Sinn gab – Anm. d. Red], ohne dass es dabei zu einer systematischen Bearbeitung der Entwürfe durch Ingenieure gekommen wäre … Anders gesagt, der Bunker hieß noch nicht Bunker, obwohl sich bereits die für den Bunker kennzeichnende Mischung aus Schutzraum, Gruppenraum und Rückzugsraum im Sinne einer passiven Militärstrategie … herausbildete.

Wir haben diesen Textausschnitt aus Christian Welzbacher wunderbarem kleinem Buch mit dem Titel „Bunker – Expeditionen zum Nullpunkt der Moderne“ entnommen. Wir das Buch auch noch kurz vorstellen und ein Interview mit dem Autor veröffentlichen.

Das Buch ist 2014 bei Matthes und Seitz erschienen (Euro 22,90). Und wir können es allen Bunker-, Kunst-, Kultur- und Geschichtsinteressierten nur wärmstens empfehlen ….

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