Die Architekten der Mannheimer Bunker – Teil 1

Wer waren eigentlich die Architekten der Mannheimer Luftschutzbauten ? In einer kleinen Reihe wollen wir diese vorstellen – als erstes Josef Zizler.

Ein Name, der im Zusammenhang mit den Luftschutzbauten Mannheims immer wieder genannt wird, ist der des früheren Leiters des städtischen Hochbauamts, Josef Zizler. Doch auch andere Architekten waren an der Planung der Bunker beteiligt, so zum Beispiel Oberbaurat Manfred Dörr, ehemals Leiter der Entwurfsabteilung des städtischen Hochbauamts. Aber auch Peter Urban, später Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Mannheim, und sogar der Schöpfer der Mannheimer Christuskirche, Christian Schrade, wirkten am Bau der Mannheimer Bunker mit. Der führende Kopf des Mannheimer Bunkerbauprogramms war aber zweifellos Josef Zizler.

Josef Zizler (1881-1955)

Zizler leitete das städtische Hochbauamt bereits seit fast 20 Jahren, als er im Oktober 1940 nach Berlin entsandt wurde, um die Richtlinien der Reichsregierung für den Bunkerbau entgegenzunehmen. Der Minister für Bewaffnung und Munition, Fritz Tod, hatte Vertreter des Bauwesens aus rund 70 Städten zu einer Sitzung einberufen, in der sie aufgefordert wurden, umgehend mit der Errichtung von Luftschutzbunkern zu beginnen.

Wie Zizler später berichtete, entschied er noch während der Rückreise aus Berlin, nicht in allen Punkten den Empfehlungen des Reichsministers zu folgen.[1] Denn dieser hatte sich für den Bau kleiner Anlagen mit einem maximalen Fassungsvermögen von 750 Personen ausgesprochen, was nach Zizlers Meinung nicht effektiv genug war, so dass er wesentlich größere Bunker errichten ließ.

Der gewaltigste Hochbunker mit Platz für 7.500 Menschen wird derzeit zum MARCHIVUM umgebaut. Der größte Tiefbunker, am Pfalzplatz auf dem Lindenhof, bot bei maximaler Auslastung sogar bis 16.000 Menschen Schutz. Zizler setzte sich also über die Empfehlung des Reichministers hinweg, so wie er auch in früheren Jahren sein Amt couragiert und mit kühlem Kopf leitete.

1881 im bayerischen Zwiesel geboren, studierte er an der Technischen Hochschule München Architektur. Danach profilierte er sich als Stadtbaurat zunächst in Fürth (1911-1916/17), dann in Berlin-Neukölln (1917-1921), ehe er zum 1. April 1921 in das Hochbauamt der Stadt Mannheim wechselte. Er hatte sich auf die frei gewordene Stelle des Amtsleiters nicht eigens beworben, sondern war einem Ruf nach Mannheim gefolgt. Möglicherweise war er der Wunschkandidat von Mannheims damaligem Oberbürgermeister Theodor Kutzer gewesen, der als früheres Stadtoberhaupt von Fürth (1901-14) den Architekten bereits gekannt haben muss.

Als Zizler seine Stelle, zunächst als Oberbaurat, dann als Oberbaudirektor, antrat, übernahm er nicht nur die Leitung des Hochbauamts, sondern auch die des neu gebildeten Dezernats für Hochbauwesen, Baupolizei und Gartenverwaltung. So besaß er weitreichende Befugnisse, die er gezielt dafür einsetzte, die architektonische und städtebauliche Entwicklung Mannheims voranzutreiben. Dabei setzte er voll und ganz auf die architektonische Moderne der 1920er Jahre: Neue Sachlichkeit und Bauhausmoderne.

Manchen Widerstand überwindend, schritt er mit eigenen Bauten voran. Exemplarisch sei hier auf das Fröbelseminar und die heutige Helene-Lange-Schule sowie den Kuppelbau des Planetariums im Unteren Luisenpark verwiesen, oder auf die Bäckerwegsiedlung, für die er Zeilenbauten mit vorgelagerten Verkaufsläden schuf. Erwähnung verdient auch die Villa des Oberbürgermeisters am Oberen Luisenpark, die durch ihre moderne Form von geradezu programmatischem Charakter war. [2]

Das Fröbelseminar auf dem Lindenhof, Rennershofstraße 2. Es wurde 1926-27 als Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen errichtet und ist durch seine kubische Baukörpergliederung und weitgehenden Verzicht auf Bauschmuck ein signifikantes Beispiel des modernen Architekturstils jener Jahre. Foto um 1930, StadtA MA – ISG

Die Mädchenberufsschule entstand 1928-30. Als heutige Helene-Lange-Schule steht sie in der Oststadt, in der Hugo-Wolf-Straße 1-3. Ihr Kennzeichen sind kubische Klinkerbauten, die den Schulhof umgreifen, ein Eckturm verbindet die Flügelbauten zu einer markanten Anlage im Stil der Bauhausmoderne. Foto um 1930, StadtA MA – ISG

Planetarium im Unteren Luisenpark, erbaut 1925-27. Der auf einer Anhöhe im Park wirkungsvoll errichtete Kuppelbau wurde, obwohl im Krieg nur gering beschädigt, 1954 abgebrochen. Foto um 1930, StadtA MA – ISG

Amtsvilla des Oberbürgermeisters, Am Oberen Luisenpark 31, erbaut 1928-29. Oberbürgermeister Hermann Heimerich ließ das Wohnhaus errichten, das nicht nur im äußeren Erscheinungsbild, sondern auch im Inneren ganz im modernen Stil der Zeit gestaltet war. Durch Kriegs- und Nachkriegszeit ging auch dieses bemerkenswerte Werk Josef Zizlers verloren. Foto um 1930, StadtA MA – ISG

Bäckerwegsiedlung in Käfertal, Mannheimer Straße, erbaut 1931. Die leicht geneigten Dächer der Wohnzeilen zeigen, dass Zizler bei aller Begeisterung für das Neue Bauen die Funktionalität nicht außer Acht ließ. Denn um den Abfluss von Regenwasser zu erleichtern, verzichtete auf das damals beliebte Flachdach. Foto um 1932, StadtA MA – ISG

Zizler plante seine Gebäude immer mit dem Anspruch nach größtmöglicher Funktionalität. In seinen Vorträgen und Veröffentlichungen setzte er sich mehrfach für den modernen Baustil ein, den er 1928 als „fast umstürzlerisch“ bezeichnete.[3] Damit hatte er zweifellos recht, denn das Neue Bauen, wie man damals sagte, brach radikal mit den Architekturformen der Zeit um 1900, mit Historismus und Jugendstil.

Dabei lag Zizler nicht nur das moderne Erscheinungsbild der Stadt am Herzen, sondern auch die „Zukunftsgestaltung Mannheims“. Darunter verstand er die Weiterentwicklung der Stadt zu einer modernen Metropole, in der Architektur und Städtebau ihren Beitrag zur Bewältigung, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sozialer Aufgaben leisten.

So verwunderte es nicht, dass er in den Jahren der Weltwirtschaftskrise zur Minderung der Wohnungsnot ein umfangreiches Bauprogramm zugunsten kostengünstiger Wohnanlagen und Siedlungshäuser einleitete. Der Oberbaudirektor, wie er sich seit etwa 1926 nennen durfte, war zwar Visionär, er blieb aber Realist und machte sich neben aller Zukunftsplanung auch die Lösung aktueller Probleme zur Aufgabe.

Dass Zizler in Mannheim hoch angesehen war, dass seine Erfahrung, sein Wort und seine Ideen viel galten, mag erklären, dass er sich auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten als Mannheims erster Architekt und Stadtplaner behaupten konnte. Denn politisch stand er der NSDAP nie nahe. Er trat der Partei auch nicht bei, so wie dies viele Andere taten, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Dennoch blieb er Chef des Hochbauamts und wurde zudem 1935 zum Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Mannheim, GBG. So zeichnete er auch nach 1933 für viele Neubauten verantwortlich.

Der Bruch zu den Weimarer Jahren ist jedoch augenfällig. Die Nationalsozialisten lehnten die als undeutsch verfemte Moderne der Weimarer Republik ab und propagierten stattdessen den sogenannten Heimatschutzstil, der heimatliche Bautraditionen wiederbelebte. Ob es dem Verfechter moderner Architektur schwer fiel, diesen Stil mitzutragen?

Beispielhaft zeigen die Schönauschule und die Jugendherberge auf dem Lindenhof, dass sich Zizler der neue Richtung durchaus anpasste. So  verwendete er nun Bauformen und Gestaltungselemente, die er zuletzt vermieden hatte: Satteldächer, Wanddekorationen, Säulen, Natursteingliederungen und andere Details eines traditionell geprägten Baustils. In Schönau entstanden unter seiner Leitung sogar Siedlungshäuser mit Fachwerkgiebeln.

Schönauschule, Kattowitzer Zeile 68, erbaut 1938-41. Ein Bauwerk ganz im Sinne des Heimatschutzstils der Nationalsozialisten. Der Unterschied zur Bauhausmoderne der 20er Jahre ist augenfällig. Foto des Modells um 1941, StadtA MA – ISG

Ein weiteres Beispiel des Heimatschutzstils: Die Jugendherberge auf dem Lindenhof entstand 1936-37 mit traditionellem Satteldach und zum Rheinufer hin ausgerichteter zweistöckiger Loggia. Foto um 1938, StadtA MA – ISG

Bei repräsentativen Staatsbauten bevorzugten die Nationalsozialisten einen monumentalen Neuklassizismus. Zizler machte sich diese Richtung bei der Planung der Geschäftshausgruppe P 5 und P 6 in den Planken und beim Technischen Rathaus in E 5 zunutze.

Das Rathaus entwarf er gemeinsam mit dem Münchner Architekten Adolf Abel über dem Grundriss eines H. Sollte damit Hitler geehrt werden? Nach dem Ende der Diktatur zeigte sich man sich jedenfalls über die Form der Anlage entsetzt, wie der Mannheimer Morgen am 27. April 1951 berichtete. Allerdings beschrieb Zizler den Grundriss 1937 nicht als H, sondern als doppeltes T und nannte für diese Form funktionale und städtebauliche Gründe.[4]

Unbestritten ist, dass der im Monumentalstil der Nationalsozialisten ausgeführte Bau in höchstem Maße systemkonform war. Zizlers Münchner Kollege, Adolf Abel, biederte sich dem NS-Regime sogar dadurch an, dass er 1943 ein „Haus der Arbeit“ in Form eines Hakenkreuzes entwarf.

Geschäftshäuser P 5 und P 6 in den Planken, 1935-36. Das Ensemble im Stil des Neoklassizismus der NS-Zeit entstand im Zuge der Plankenverbreiterung. In P 5 befand sich im 1. Obergeschoss das Café Kossenhaschen, für das Zenta Zizler, die Tochter des Architekten, das Geländer mit der Darstellung eines Jagdzugs Kurfürst Carl Theodors entworfen hatte. Foto von 1937, StadtA MA – ISG

Das Rathaus in E 5 erinnert noch mehr als die Geschäftshäuser in P 5 und P 6 an Bauten der Architekten Hitlers, Albert Speer und Paul Troost. Es wurde ab 1937 als Technisches Rathaus errichtet und nach dem Krieg trotz seiner problematischen Architektur als Sitz der städtischen Hauptverwaltung 1951 vollendet. Foto von 1950, StadtA MA – ISG

Modell des Rathauses. Waren für die Form des Rathauses wirklich nur funktionale Gründe ausschlaggebend oder wurde sie auch als Referenz an Hitler gewählt? Eine eindeutige Antwort lässt sich wohl nicht mehr finden. Foto von 1950, StadtA MA – ISG

War Zizler ein Mitläufer des NS-Systems? Nach dem Ende der Diktatur war ihm wichtig zu betonen: „Ich war nicht Mitglied der NSDAP und habe auch trotz mancher Drohungen den Eintritt in den NS-Bund Deutscher Technik noch im Oktober 1943 abgelehnt. Wie kaum ein anderer im Rathaus habe ich nicht bloss die Angriffe gegen mich abgewehrt, sondern nachweisbar auch wiederholt Frontstellung gegen die Partei eingenommen.“ Dies schrieb er im November 1945 dem von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzten Oberbürgermeister Josef Braun.[5]

In einem Fragebogen der Military Government of Germany zur Entnazifizierung vermerkte er zu seinem beruflichen Tätigkeit: „Degradiert aus parteipolitischen Gründen“.[6] In der Tat: 1933 verlor er im Zuge der Auflösung seines Dezernats den Rang eines Beigeordneten.

Dennoch bleibt festzustellen, dass Zizler als Leiter des Hochbauamts maßgeblichen Anteil an der Ausgestaltung der Stadt unter dem Vorzeichen des Nationalsozialismus hatte. Zumindest ließ er es zu, dass sich die gleichgeschaltete Stadtverwaltung seines Könnens als Architekt bediente und seine repräsentativen Gebäude für den Zweck nationalsozialistischer Propaganda nutzte. Zizler mag dies in Kauf genommen haben, um seine berufliche Existenz nicht zu gefährden, aber auch um als Architekt weiter für seine Wahl-Heimatstadt wirken zu können.

Wie auch immer man seine Tätigkeit in der NS-Zeit bewertet: Unbestritten ist sein Verdienst bei der Planung und Durchführung des Mannheimer Bunkerbauprogramms. Denn trotz heftiger Bombenangriffe und im Unterschied zu anderen Städten waren in Mannheim vergleichsweise wenige Luftkriegstote zu beklagen. Registriert wurden 2 171 Todesopfer.[7]

Zizler bewies zweifellos Mut, als er sich über die Empfehlung von Reichminister Todt zum Bau vieler kleiner Bunker hinwegsetzte und stattdessen Großbunker errichten ließ. Dies überzeugte selbst Todt, der 1941 größere Schutzbauten auch für die anderen Städte empfahl. So zumindest stellte es Zizler 1947 in einem Bericht an Mannheims früheren Stadtarchivar Friedrich Walter dar.[8]

Ein weiteres Verdienst des Stadtbaudirektors war, dass er bei der Planung der Bunker auch städtebauliche Aspekte berücksichtigte. So durften in den Quadraten und an angrenzenden, städtebaulich bedeutenden Orten, wie Friedrichsplatz, Goetheplatz und Alter Messplatz, nur Tiefbunker erstellt werden. Andernorts entstanden Hochbunker, bei denen der Oberbaudirektor auf eine vergleichsweise repräsentative Außengestaltung Wert legte.

Dies zeigt sich eindrucksvoll am Bunker in den Neckarstadt-West, der mit seinen beiden markanten Ecktürmen an eine Wehranlage erinnert. Auch die Hochbunker am Luisenring und in Feudenheim sind aufgrund ihrer exponierten Lage mit hohem Anspruch an das Erscheinungsbild gestaltet.

Bekanntlich sollten die Bunker nach dem Zweiten Weltkrieg als Garagen, Lagerräume und Versammlungsstätten, zum Beispiel für die Hitlerjugend, genutzt und entsprechend umgebaut werden. Letzteres war auch für den Neckarstadt-Bunker vorgesehen. Entwürfe Zizlers von 1941 und 1944 belegen, dass er den Betonkoloss im Zuge der Umwidmung zum Heim der Hitlerjugend zu einem imposanten Repräsentationsbau des Nationalsozialismus umgestalten wollte.

Die Fassaden sollten mit Naturstein verkleidet werden; zum ersten Obergeschoss war ein breiter Treppenaufgang geplant; außerdem hätte ein weiteres Stockwerk aufgesetzt werden sollen, für das Zizler einen Wandelgang mit Arkaden als Schmuck- und Gliederungselement vorsah.

Der Bunker am Luisenring, erbaut 1940-41. Die schlanke Proportion, die Anordnung der Lüftungsschlitze, die „Wasserspeier“ und die großen Bogenöffnungen des Dachgeschosses verleihen dem Schutzbau eine ganz eigene Ästhetik. Dies trägt dem exponierten Standort am Rand der Mannheimer Innenstadt Rechnung. Foto von 1944, StadtA MA – ISG

Ein weiteres Beispiel des gestalterischen Anspruchs Zizlers: der Hochbunker entstand 1941-42 am stadteinwärts gelegenen Ortseingang von Feudenheim. Foto von 1944, StadtA MA – ISG

Nach dem Krieg sollte der Feudenheimer Bunker mit Naturstein verkleidet und mit einem Glockengeschoss zur Einläutung nationaler Feiertage ausgebaut werden. Entwurfszeichnung vom Januar 1941, StadtA MA – ISG

Entwurf für den Umbau des Bunkers in der Neckarstadt-West. Es war das ehrgeizigste Projekt für einen Bunkerumbau im Mannheim jener Jahre. Der ohnehin monumentale Großbunker sollte nach seiner Umnutzung zum HJ-Heim als repräsentatives Bauwerk des „Dritten Reichs“ noch mächtiger in Erscheinung treten. Entwurf von 1941, StadtA MA – ISG

Nach dem Kriegsende verschwanden die Pläne für HJ-Heime wohlweislich in den Schubladen. Nun widmete sich Zizler einer neuen Aufgabe: dem Wiederaufbau der in Trümmern liegenden Stadt. Mit Nachdruck betrieb der Architekt die Entwicklung von Plänen für den Wohnungsbau, um dringend benötigten Ersatz für die im Krieg zerstörten Häuser zu schaffen.

Zugleich aber sah er sich als Opfer einer Intrige gegen seine Person. Im November 1945 beschwerte er sich bei Oberbürgermeister Josef Braun, man habe ihn außer Dienst gesetzt.[9] Demnach schränkte der neu berufene Referent für das Hochbauwesen Wilhelm Platen seine Befugnisse ein. Ob dies mit der Tätigkeit des Architekten im „Dritten Reich“ zusammenhing? Zizler jedenfalls beklagte, er müsse wie schon in den Jahren des NS-Regimes um seine Rechte und sein Ansehen kämpfen.

Möglicherweise wurden seine Kompetenzen aber auch deshalb beschnitten, weil ein Wechsel in der Leitung des Hochbauamts bereits absehbar war. Der Oberbaudirektor erreichte 1945 das 65. Lebensjahr und trat im Jahr darauf in den Ruhestand. Es war wohl ein Abschied im Unfrieden.

Bei den Mannheimerinnen und Mannheimern blieben seine Verdienste jedoch in guter Erinnerung. Bei seinem 70. Geburtstag 1951 würdigte ihn die Presse und am 25. April 1954 wurde ihm sogar die Schillerplakete der Stadt verliehen. Anerkennung fanden neben seinen Schulhäusern, Kindergärten und Wohnanlagen auch seine Verdienste beim Bau der Mannheimer Bunker, die so vielen Menschen das Leben gerettet hatten.

Josef Zizler starb am 24. Oktober 1955 in Mannheim.

 

 

Quellen und Literatur (Auswahl):

StadtA MA, Hochbauamt, Zugang 33/1970, Nr. 1156.

StadtA MA, Nachlass Josef Zizler, Zugang 55/1969, Nr. 2.

StadtA MA, ZGS S1/1728 (Josef Zizler).

Christoph Popp (Bearb.), 75 Jahre GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH 1926-2001, Mannheim, Edition Quadrat, Mannheim 2001, S. 101.

Monika Ryll (Bearb.), Architektur in Mannheim 1918-1939, herausgegeben von Peter Plachetka und Jörg Schadt, Edition Quadrat, Mannheim 1994, S. 39 (Barbara Kilian, Das städtische Bauwesen: Personalia), S. 224-239 (Hanspeter Rings, Wider „Zusammenhäufungen von Menschen, die in der Wurzel verderbt sind“ – Altststadtsanierung in der NS-Zeit).

Monika Ryll, Bauhaus-Architektur. Einzug der Moderne in Mannheim, hrsg. v. Rhein-Neckar-Industriekultur e.V., Mannheim 2013.

Andreas Schenk (Bearb.), Mannheim und seine Bauten 1907-2007, herausgegeben vom Mannheimer Architektur- und Bauarchiv und Stadtarchiv Mannheim – ISG, Band 1 (Stadtplanung und Stadtentwicklung), S. 54-97, Band 4 (Bauten für Verkehr, Industrie, Gesundheit und Sport), S. 124-127, Edition Quadrat, Mannheim 2004, 2006.

Anmerkungen:

[1] Brief Zizlers vom 5.8.1947 an Friedrich Walter. StadtA MA, Nachlass Josef Zizler, Zugang 55/1969, Nr. 2. Dazu in einem der nächsten Blog-Beiträge eine ausführliche Beschreibung.

[2] Verschiedene Bauten und Projekte Josef Zizlers sind beschrieben in Andreas Schenk (Bearb.), Mannheim und seine Bauten 1907-2007, herausgegeben vom Mannheimer Architektur- und Bauarchiv und Stadtarchiv Mannheim – ISG, Band 1-5, Edition Quadrat, Mannheim 2000-2006, vgl. dazu Register in Band 6, 2008, S. 94.

[3] Josef Zizler, Neue Stadtbaukunst Mannheim, Berlin/Leipzig/Wien 1928.

[4] StadtA MA, Ratsprotokoll vom 27.7.1937.

[5] Brief Zizlers vom 9.11.1945 an Oberbürgermeister Josef Braun, Zitat S. 6. StadtA MA, Hochbauamt, Zugang 33/1970, Nr. 1156

[6] Fragebogen Military Government of Germany, von Zizler am 9.9.1945 ausgefüllt. StadtA MA, Hochbauamt, Zugang 33/1970, Nr. 1156.

[7] Dieter Wolf, Luftkriegsereignisse in Mannheim 1939-1945, Online-Publikationen des Stadtarchivs-Mannheim – Nr. 1, Mannheim 2003 (2. Aufl.), S. 8.

[8] Siehe Anm. 1.

[9] Siehe Anm. 5.

Kommentare

  1. Sehr interessanter, spannender Artikel. Vielen Dank!
    Herr Zizler hat drei Systeme beruflich „überlebt“ : Die Zeit vor 1933, die NS-Diktatur und die Zeit nach 1945. Das ist, wenn man andere Biografien betrachtet, schon sehr erstaunlich. Zumindest kann man feststellen, dass er wohl sehr anpassungsfähig war…

    • Ja, heute kaum mehr vorstellbar. Vor allem waren es ja ganz unterschiedliche Zeitsysteme …. Ist sehr spannend.

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