Kreative Konstruktionen für das Marchvium

Der Kunstlehrer Jens Vogel hatte schon länger vor, die Umgebung der Marie-Curie-Realschule als panoramaartiges Bild aufzunehmen und künstlerisch zu bearbeiten. Der Umbau des Bunkers kam da gerade zur rechten Zeit. So entstand der schulinterne Architekturwettbewerb „Mein Marchivum-Bunker“ und die Idee zu einer Mixed Media Installation für die Lichtmeile 2017.

Bei einer Begehung in der Neckarstadt-West fotografierten die Jugendlichen Gebäude und Plätze, die ihnen besonders auffielen – positiv wie negativ. Ziel war dabei die Identifikation mit der Umgebung, ihrer Geschichte und Gesellschaft. Foto: R. Rosemann

Mit den Fotografien wurde ein sogen. Moodboard auf einem Stadtplan im Maßstab 1:1000 erstellt, auf dem auch historische Bauten verzeichnet sind. Aus einem weiteren Grundrissplan derselben Größe konstruierten die Schülerinnen und Schüler ein topografisches Modell aus Holz und Styrodur: Die bebauten Flächen wurden erhabener als das Flussbett angelegt, die Brücke, auf der die B44 den Neckar überquert, aus Wellpappe nachgebaut.

Die Zehntklässler bastelten maßstabsgetreu die Fassaden der einzelnen Parzellen mit dünner Pappe nach. Dabei mussten auch die unterschiedlichen Höhen der einzelnen Gebäude bedacht werden, die sie am Tag zuvor vor Ort noch einmal abgeschätzt hatten.

Letzte Besprechung bevor es an den Plan geht. Die Schüler wurden von Frau Dürr und Herrn Thiele vom Baukompetenzzentrum der Stadt Mannheim unterstützt. Foto: R.Rosemann

Nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch mathematisches Denken ist dafür notwendig – gar nicht so einfach! Zum Glück standen Herr Thiele und Frau Vehrenkamp vom Bereich Stadtplanung Mannheim und Dr. Schenk vom Stadtarchiv den Jugendlichen mit professionellem Rat zur Seite.

Eine andere Gruppe baute ein topografisches Modell des Bunkers im Maßstab 1:250, das als Grundlage für Modelle diente, bei der die Schüler ihre eigenen Visionen eines Aufbaus auf dem Bunker entwickelten.

Die Entwürfe – kreative Konstruktionen

Die Visionen der Zehntklässler waren einfallsreich, wären aber in der Praxis leider nicht immer realisierbar. Sie demonstrieren vor allem die Interessen, die man in ihrem Alter hat.

Die Modelle wurden bei einem Termin in Anwesenheit von Andreas Schmucker präsentiert, der ausführlich über das Bauprojekt erzählte und viele Fragen zum Beruf Architekt beantwortete. Foto: R. Rosemann

Viele wünschen sich ein Café auf dem Dach des Bunkers. Dieses wird mit vielfältigen weiteren Anwendungsmöglichkeiten kombiniert, wie einer Halle zum Fußballspielen, einem Swimmingpool, einem Chillout-Platz mit Büchern, Arbeitsplätzen unter freiem Himmel oder einer Anlaufstelle, die einem Hilfe bei Bewerbungsschreiben bietet.

Mutet sehr japanisch an: Ein Entwurf für die Dachbebauung des Marchivums. Foto: R. Rosemann

Auch im Bereich architektonischen Designs tobten die Schüler sich kreativ aus: es gab Skulpturen in japanischem Stil, eine durchsichtige Terrasse („Skywalk“) oder „Das magische Retrotarium“ – eine Wortneuschöpfung aus Retro und Planetarium, welches mit silberfarbener Gestaltung, sich drehenden Hollywoodstühlen und Sitzkissen den Menschen die Möglichkeit bietet, durch eine Glaskuppel den Sternenhimmel zu betrachten.Weitere Entwürfe beinhalten ein Public Viewing-Kino und einen Aussichtsturm.

 

Mit den Maßstäben lagen einige Gruppen- zum Leidwesen der Mathematiklehrerin Frau Hosse – ein wenig daneben.

Ein Schüler hatte eine ganz ungewöhnliche Idee: Sein Entwurf zeigt ein unterirdisches Transportsystem in Magnetschwebe-Technik, welches wichtige Stationen in der Stadt verbinden könne. Foto: R.Rosemann

Auch überstiegen manche Entwürfe deutlich die vom Denkmalschutz zugelassenen zwei Stockwerke. Aber: „stabil genug wäre der Bunker auf jeden Fall für sie“, bestätigte der Architekt Andreas Schmucker.

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