Es ist angerichtet

Um den Gewerken für ihre Arbeit zu danken, hatte das Marchivum letzte Woche ein Baustellenbuffet mit allerlei Leckerem aufgetischt.

Von Brötchen und Aufstrich, über Salate bis zum Fleischkäse gab es alles, was das Handwerkerherz begehrt. Bei Brezeln, Weißwurst und Ei konnten sich die Mitarbeiter und Wegbereiter des Marchivum bereits jetzt ein Bild vom neuen Stadtarchiv machen.

Auf Holzbrettern gelangt man vom Bauzaun in das Innere des zukünftigen Marchivum. Drinnen ist es kühl, dunkel und staubig und durch die Türen der meterdicken Bunkerwände rauscht im Hintergrund der Verkehr der Jungbuschbrücke. Von der Decke hängen aufgerollte Kabel. Die Baustelle röhrt und hämmert noch, bevor um Zwölf das Baustellenbuffet eröffnet wird.

Staunen nicht schlecht: Das Marchivum-Team im Dachgeschoss des Bunkers. Foto: StadtA MA – ISG

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Fortschritt. Wir liegen gut im Bauzeitplan und im Budgetrahmen. Das ist ein richtiges Vorzeigeobjekt“, schwärmt Projektleiter Marcus Schäffner von der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG über die insgesamt ca. 18,5 Millionen Euro teure Umwandlung vom Ochsenpferchbunker zum Marchivum.

Gute Laune, zufriedene Handwerker

Den beiden Malern Alexander Wolk und Christoph Gärtner von Maba! gefällt die Arbeit im Luftschutzbunker: „Aber ein bisschen dunkel ist es schon hier drin.“ Das liegt daran, dass die beiden selten zum Arbeiten in die oberen beiden Stockwerke kommen. Denn dort sind ringsum große Fenster eingebaut worden.

Prof. Dr. Ulrich Nieß dankt Handwerkern, Mitarbeitern und Unterstützern. Foto: StadtA MA – ISG

„Ich danke allen Beteiligten Handwerkern für den guten Fortgang des Umbaus“, begrüßte Ulrich Nieß, Leiter des Stadtarchivs, die anwesenden Handwerker, Marchivum-Team und Unterstützer.

Im zukünftigen Vortragssaal warten bereits Tische, Bänke und ein volles Buffet. Das offizielle Richtfest am 26.11.2016 war an einem Samstag über die Bühne gegangen. „Da hatte aber natürlich kein Handwerker Zeit“, so Nieß. Daher wurde für die unterschiedlichen Gewerke am Bau extra ein Baustellenessen organisiert. Diese nahmen das Essen gerne an, und so wurde zur Mittagszeit sowohl gut gegessen, als auch sich gut unterhalten.

Voll besetzt! Gespanntes Warten im zukünftigen Vortragssaal. Foto: StadtA MA – ISG

Auf die Frage, wie ihm die Arbeit im Bunker bisher gefällt, erwidert der Handwerker Maurizio Arcalgioli von der für das Dach zuständigen Firma Softronic mit zwinkerndem Auge: „Wir arbeiten nicht im Bunker, sondern auf dem Bunker!“ Das Bunkerflair sei einmalig und alles andere als alltäglich, stimmen Arcalgiolis Kollegen Rene Jenter und Harry Kehrer zu.

„Wir haben schon auf wesentlich schlechteren Baustellen gearbeitet!“, stimmt auch Bernd Neumann von der Stadtentwässerung zu. Auf nicht vielen Baustellen sei es bisher besser gewesen als im zukünftigen Marchivum.

Doch nicht nur die Handwerker sind zufrieden. Auch das Marchivum-Team freut sich: „Die meisten sind froh, dass wir bald umziehen. Das Collini-Center ist ja ziemlich marode“, sagt Sekretärin Heidrun Pimpl. Noch wisse nicht jeder, wo er später arbeiten werde. Sie gehöre zu den glücklichen, die es aber schon wüssten. Im sechsten Stock befindet sich später das Sekretariat.

Das Buffet ist eröffnet! Foto: StadtA MA – ISG

Anschließend an das Essen gab es aufschlussreiche Führungen durch die oberen beiden Stockwerke für die Mitarbeiter des Marchivum. Dort werden sich in einigen Monaten die Arbeitsplätze befinden. Dementsprechend ist auch das ganze Marchivum-Team gespannt. Die meisten sehen heute zum ersten Mal das Innere des Bunkers. Grund genug also, aufmerksam den Erklärungen der Tour-Guides zuzuhören und viele Fragen zu stellen.

Andreas Schenk von der Öffentlichkeitsarbeit und Christoph Popp, Schriftgutverwalter im Stadtarchiv, führen ihre interessierten Kollegen über die Baustelle. Großes Staunen weckt die Aussicht aus dem späteren Büro von Nieß. Es sei kleiner als sein bisheriges Büro, deshalb werden dann auch keine Besprechungen mehr beim Chef direkt, sondern in einem Extraraum abgehalten, so Schenk.

Hell und modern wird es sein: Führung durch den späteren Lesesaal. Foto: StadtA MA – ISG

Man kann sich schon gut vorstellen, wie sich zwischen Werkzeug, Bauteilen und mit Holzbrettern abgeschlossenen Fensterrahmen die Schreibtische aufreihen werden. Plätze für Dokumenten- und Plakatscanner, Schreibtische und Kleiderhaken sind bereits bekannt und geben die nötigen Details, um sich die einzelnen Räume schon fertig vorstellen zu können. Auch die Farbe des Bodenbelags ist schon bekannt. Grau-Blauer Teppich wird es werden. Um die Plätze aber in voller Pracht bewundern zu können, hilft wohl nur abwarten.

Es bleibt also spannend, bis Archiv und Büros bezogen werden können. Die Mannheimer Bürger müssen sich dafür noch etwas gedulden, doch es lohnt sich.

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