Umzug #2

Vor dem Umzug gibt es ganz viel Handarbeit, denn jede Menge Archivmaterial muß noch einmal in die Hand genommen werden, zum Beispiel Fotobestände.

Vor einiger Zeit haben wir schon einen Überblick gegeben über die Gesamtaufgabe des Umzuges – 13 Kilometer Akten, Amtsbücher, Karten, Pläne, Plakate … und wir hatten erzählt, dass unsere Archivalien im Regelfall in sogenannten „Normalpaketen“ aufbewahrt werden.

Normalpakete sind Schachteln in der Größe von ungefähr einem Schuhkarton, genauer gesagt 26 cm breit, 40 cm tief und 13 cm tief. Das Besondere ist das Material: Keine normale „Pappe“, sondern eine Spezialanfertigung für das Archiv: besonders stabil, besonders resistent gegen Feuchtigkeit und vor allem mit einer basisches Pufferung.

Papier altert, das kennen Viele bei alten Zeitungsausschnitten oder bei ererbten Büchern, es wird bräunlich („vergilbt“) und brüchig. Grund dafür ist der Säureanteil, der durch die maschinelle Papierproduktion entsteht, und eben diese Säure kann durch ein basisches Verpackungsmaterial neutralisiert werden. Aber das wäre eine Geschichte für sich …

Nützlich sind unsere Normalpakete nicht nur für die Bestandserhaltung, sondern für die Lagerung: Wir „betten“ Akten in diese Normalpakete um, damit wir sie besonders platzsparend lagern können, damit sie keine mechanische Schäden erleiden und damit wir sie besonders einfach transportieren können.

Und auch das kennen wohl Viele von ihren eigenen Aufräumaktionen: Stapel von Aktenordnern, aus denen einzelne Seiten herausragen, dazwischen Papierbündel, geheftet oder nicht, und wenn das Ganze ins Rutschen kommt, ist das Chaos perfekt.

So kann es im Archiv natürlich nicht zugehen und deshalb werden bei der Archivierung alle Unterlagen, die wir übernehmen, „umgebettet“ – geordnet, entmetallisiert und eben in Archivschachteln verpackt. Was so einfach klingt, mag bei ordentlich geführten Leitz-Ordnern noch halbwegs einfach sein; allerdings lauert auch hier der Teufel im Detail…

Foto: Stadtarchiv MA – ISG

Wenn wir nun aber Bestände haben wie den hier abgebildeten Fotobestand, dann ist schon das Verpacken eine Sisyphosarbeit an sich. Und dabei ist ganz wichtig: Durch diese Umbettung darf kein Bild verschoben werden, kein Zettel oder keine Information verloren gehen; alles Wichtige muss gleichzeitig verzeichnet werden und alles Gefährliche, wie rostende Büroklammern, ist zu entfernen. Leicht auszumalen, wie viel Arbeit in der Ordnung allein für eine solche Archivschachtel steckt – und der hier gezeigte Bestand wird rund 407 Normalpakete haben.

Am Anfang dieser Feinarbeiten stand ein Rundgang durch die Magazine und die Räume der SachbearbeiterInnen und an deren Ende eine lange Liste mit Beständen, die noch der Bearbeitung bedürfen. Manchmal sind es nur wenige Handgriffe, aber meistens sind einige Stunden oder gar Tage aufzuwenden, und das alles neben dem Alltagsgeschäft, das naturgemäß weitergehen muss.

Wir werden Sie bei dieser Arbeit weiter auf dem Laufenden halten …

Kommentare

Kommentieren