Der Weg zum Marchivum wird ins rechte Licht gerückt

Der Weg vom geplanten Parkplatz in das zukünftigen Marchivum  führt unter der Jungbuschbrücke hindurch und soll aufgewertet und besser ausgeleuchtet werden. Verbunden werden sollen beide Elemente durch eine Wegeleitung

So könnte die Unterführung bei Nacht aussehen. Foto aus dem Wettberwebsplan Stadt Mannheim

Für die konkrete Umsetzung hat die Stadt Mannheim einen Auftrag ausgeschrieben, den Zuschlag bekamen am Ende die Netzwerkarchitekten in Mannheim.

Sie lieferten den besten Entwurf, auch da die konkrete Wandgestaltung hier bereits für die gesamte Wand vorhanden war. Für Frau Scheuer von der Stadt Mannheim war ein zentraler Punkt, dass diese „nicht ganz ungefährliche Ecke“ übersichtlicher gestaltet und besser beleuchtet wird, da man die Unterführung vom Archiv nicht einsehen kann.

Graffitis zieren heute den Durchgang. Sie sollen zum Teil erhalten bleiben. Foto: J. Friedrich

Den Architekten ging es darum, „vorhandenes mit neuem zu verweben“ und mit den örtlichen Gegebenheiten, in diesem Fall hieße dies, die Jugendkultur und die Graffitis einfließen zu lassen. Vor allem aber soll es darum gehen, die „Identität des Ortes zu erhalten“ und mit der Idee des Marchivums zu
kombinieren.

Markus Schwieger von den Netzwerkarchitekten hat angegeben, dass Projekte des Teams oft die „Schnittlinie zwischen Kunst und Architektur“ bearbeiten, ihr Entwurf zeichnet sich noch durch einen dritten Aspekt aus. Licht. Nicht nur die Ergänzung, sondern auch die Abwesenheit von Licht.

So wird sich dem Passanten tagsüber ein ganz anderes Bild zeigen, als nachts. Auf der dem Bunker zugewandten Seite wird eine 90 Meter lange Aluminiumplatte vor LED-Lichtern angebracht werden. Das Besondere: einige der Graffitis werden zusammen mit Begriffen und Zahlen der Mannheimer Stadtgeschichte werden „in Punktraster aufgelöst, andere in Strichzeichnungen übersetzt“ (Wettbewerbsplan).

Die dem Neckar zugewandte Seite wird auch Bänke bieten. Foto: Wettbewerbsplan Stadt Mannheim

Tagsüber kommt Licht von LEDs, die an der Decke platziert sind, nachts werden die Graffitis auch farblich hervorgehoben, sodass der Weg vom Parkplatz zum Marchivum zum Erlebnis für den Passanten wird.

Schwierigkeiten sind bisher noch nicht aufgetreten, allerdings haben die Arbeiten noch nicht begonnen, da das Projekt nicht wie das Stadtarchiv von Bundesmitteln (mit-)getragen wird, sondern von der Stadt finanziert wird. Die entsprechenden Mittel sind zwar schon eingeplant, jedoch erst für das kommende Jahr vorgesehen, was Herrn Schweiger bedauert: „Etwas schade, dass es nicht direkt mit der Planung weitergeht“. Eine Position, die auch Frau Schröer von der Stadt Mannheim teilt „wir könnten schneller sein“ – doch trotz allem handelt es sich hierbei um ein aussichtsreiches Gemeinschaftsprojekt bei dem Stadt, Architekten und Stadtarchiv durch gute Zusammenarbeit auf ein beeindruckendes Ergebnis hoffen lassen.

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