Dornröschenschlaf für das Filmmaterial

Im Keller des MARCHIVUM wurde diese Woche die Kältekammer in Betrieb genommen, in der die historische Filmrollen nach dem Umzug quasi in einen „Dornröschenschlaf“ versetzt werden.

„Filmschätze retten!“ – Das Stadtarchiv versucht – unterstützt vom „Mannheimer Morgen“ und dem „Rhein-Neckar-Fernsehen“- mit einem großen Spendenaufruf die wunderbaren Filme digitalisieren zu lassen, die in der Filmsammlung des Stadtarchivs lagern und Mannheimer Szenen aus den letzten 100 Jahre zeigen. Nur so können sie langfristig zugänglich gemacht werden.

Doch die Filmschätze zu retten, ist nur die eine Seite des Projekts. Man muss auch die analogen Filmrollen sicher und v.a. fachgerecht aufbewahren, damit sie noch lange erhalten bleiben. Und das passiert im neuen Haus in einer sogen. Kältekammer, die diese Woche in Betrieb genommen wurde.

In diesem Raum werden die Filmrollen in eine Art „Dornröschenschlaf“ versetzt. Damit wird der Zerfallsprozess des Filmaterials  verlangsamt. Ganz stoppen wird man ihn leider nie können.

Bedinden sich im Nebenraum: Befreuchter, Sammelbecken für Kondenswasser, sowie Kompressoren und andere Klimatechnik für gleichbleibende Temperatur in Kältekammer. Foto: StadtA MA – ISG

Was ein bißchen aussieht, wie ein Lagerraum der Fleischabteilung im Supermarkt, wird ab März 2018 Filmrollen und gefährdete Negative, vor allem Farbnegative der Bildsammlung aufnehmen. Mit einem konstanten Mittelwert von 11 °C bei ca. 40 % Luftfeuchtigkeit wird die Haltbarkeit der Materialien deutlich erhöht.

Wie schnell sich Temperaturen verändern, zeigen die Kontrollanzeigen. Nachdem das Team den Raum betreten hatte, stieg der Wert sofort auf 14 Grad C. Darunter sieht man die vorgegebene Temeratur von 11 Grad C. Foto: StadtA MA – ISG

Kaum zu glauben, aber allein die Temperatur von 24 °C auf 7 °C zu reduzieren, erhöht die Haltbarkeit des Materials um das Zehnfache. Und: eine  kühle Lagerung verlangsamt zum Beispiel auch weitere Farbveränderungen – ein Phänomen, das vor allem die in den 1970ern so beliebten Farbdias betrifft.

Nochmals ein schönes Beispiel aus dem Bestand des Archivs, das zeigt wie sich die Qualität des Materials über die Zeit verändert. Obern unbearbeitet, unten bearbeitet. Foto: StadtA MA – ISG

Wir danken dem Mannheimer Morgen und der RNF, die uns bei dem Projekt Filmschätze retten tatkräftig unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt:

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_dossier,-filmschaetze-retten-_dossierid,101.html

https://stadtarchiv.mannheim.de/sites/default/files/filmabflyer_0.pdf

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